Verein

Wie bei vielen anderen Musikkapellen gibt es auch in Lembach keine genauen Daten über die Gründung der Musikkapelle. Man weiß, dass die Musikkapelle Lembach im Jahre 1902 aus dem Veteranenverein oder der freiwilligen Feuerwehr heraus gegründet wurde. Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass jedoch früher in Lembach eine Musikkapelle existiert haben muss. Der erste Kapellmeister war Schulleiter Karl Altwirth. Ihm folgte aber bald Lehrer Karl Ruttner nach.

Zur Zeit des ersten Weltkrieges kam die Tätigkeit des Lembacher Musikvereines fast gänzlich zum Erliegen. Die meisten Musiker waren eingezogen worden. Es wird erzählt, dass beim ersten größeren Einrückungsbefehl die Musik mit klingendem Spiel vom Marktplatz bis zum Ortsausgang zog. Dort übergaben die Musiker ihre Instrumente an ihre Frauen und Kinder und marschierten dann gemeinsam zum Sammelplatz Bahnhof Neufelden. Kapellmeister war nun Johann Rossgatterer.

1936 wurde Olympiasieger Alfons Dorfner von der Kapelle empfangen. Er hatte in Berlin im Kajak-Zweier über 1000 m die Goldmedaille errungen.

Im Jahr 1938 führte wiederum die politische Lage zur offiziellen Auflösung der Kapelle. 1946 begann man unter Matthias Pühringer mit Proben in der Viertelmühle. Bald übernahm Ing. Friedrich Molek die Vereinsführung.

Nach dem Rücktritt Ing. Moleks aus gesundheitlichen Gründen übernahm Hubert Kaufmann im Jahre 1966 die Kapellmeisterstelle in einer schwierigen Zeit. Die Kapelle stand kurze Zeit sogar vor der Auflösung. In dieser schwierigen Situation erklärte sich Herbert Ranetbauer 1973 bereit, die Kapelle als musikalischer Leiter weiterzuführen.

Im Jahr 1982 wurde eine Verbindung geknüpft, die bis heute Beständigkeit hat. Der damalige Obmannstellvertreter Josef Höfler stellte den Kontakt zur „Königlichen Harmonie“ Zwijnaarde, einer Kapelle aus einem Vorort von Gent/Belgien her.

Im Jahre 1993 übernahm Norbert Hofer den Kapellmeisterstab aus den Händen von Herbert Ranetbauer. Einer Initiative von Kapellmeister Hofer und Bassist Johann Falkinger war die Schaffung eines Jugendblasorchesters im selben Jahr zu danken. Durch diese Einrichtung konnten Jungmusiker, die bereits in der Musikschulausbildung standen, jedoch noch nicht in der Kapelle spielten, Orchesterluft schnuppern. Auch das Spiel der Kapelle an einem Faschingsdienstag am Ortsplatz fand zu dieser Zeit das erste Mal statt.

Das neue Jahrtausend im Musikverein

Im Jahr 2001 feierte der Musikverein Lembach sein 100-jähriges Bestehen. Es wurde ein Fest in der Alfons-Dorfner-Halle organisiert, das mit einem Sternmarsch eingeläutet wurde. Zu diesem Anlass gab der Musikverein eine Festschrift heraus.

Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, stellte 2003 Flötistin Barbara Wolfmair erstmals eine Homepage für den Verein ins Netz.

Im Jahr 2004 fand erstmals ein Frühlingskonzert statt eines Pfingstkonzertes statt. Als weiterer Programmpunkt  schien auf den Terminkalendern der Musiker der Empfang eines Ausflugschiffes in Obermühl an der Donau auf. Dieser Termin wurde in den folgenden Jahren ein fixer Bestandteil der musikalischen Verpflichtungen der Kapelle. Die Jungmusiker unter Referent Andreas Berndorfer organisierten sich mit ihren Kollegen aus den Nachbargemeinden Niederkappel, Pfarrkirchen und Putzleinsdorf erstmals zur Jugendkapelle „Groovies“.

Im Jahr 2006 erhielt der Musikverein Lembach vom Bezirksverband den Auftrag, die Marschwertung und die Bläsertage zu organisieren. Der Verein feierte in diesem Jahr  sein 105-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde eine neue Uniform angeschafft.

Jahr 2008 brachte insofern Neues, als der Musikverein beschloss, eine Messe für verstorbene Musikkameraden abzuhalten. Man einigte sich mit dem Kameradschaftsbund darauf, diese Messe gemeinsam abzuhalten. Nicole Leitenmüller übernahm im selben Jahr die Jugendkapelle und organisierte im Sommer das erste „Quietschentenrennen“ diesseits des Atlantiks. Stabführer Wilfried Kaltenhuber übergab seinen Stab an Posaunisten Reinhard Richtsfeld.

Der nächste Meilenstein in der Geschichte des Musikvereins wurde im Jahr 2009 gesetzt. Obmann Höfler Josef trat nach 19 Jahren an der Spitze des Vorstandes zurück, um seinen Platz für Nachfolgerin Eva Dietl freizumachen. Erstmals seit Bestehen des Vereins wurden seine Geschicke in die Hände einer Frau gelegt.

2011 wurde der Weckruf am 15. August in einen Abendgruß umgewandelt – im Jahr 2014 beschloss man, den musikalischen Gruß auch am 1. Mai so zu gestalten. Im September wurden 110 Jahre Musikverein Lembach mit einem großen Musikantentreffen in der AD-Halle gefeiert. Durch die Organisation dieses Festes war der Musikverein bestens gerüstet für das Jubiläumsjahr „400 Jahre Lembach“. Stabführer Richtsfeld erhielt ab diesem Jahr auch Verstärkung durch Christian Schinkinger.

Das große Verbrüderungsfest „Musi roast“ im Sommer 2012 mit der belgischen Partnerkapelle, war ein gelungener Beitrag zu diesen Festivitäten. Anlass für diese Feier war die 30-jährige Freundschaft mit dem Musikverein Zwiinjarde.

Im Jänner 2013 fand die dritte Auflage unseres Faschingsballes unter dem Motto „Rot-weiß-rot“ statt. Im Fasching feierte die Formation „50+“, ein Ableger der Musikkapelle Lembach, bei der  ältere Musiker auf ihre Kosten kommen, ihr Debut. Die Jungmusiker entschlossen sich, gemeinsam mit den Kollegen aus dem MV Niederkappel, das Jugendorchester JoLeNi zu formieren. Geleitet wird dieses Orchester von Nicole Leitenmüller, René Lindorfer und Arnold Falkner. Die Auftritte beim Frühlingskonzert wurden beibehalten.
2013 trat die Kapelle bei den Bläsertagen im November erstmals in der Leistungsgruppe C an und konnte ein sensationelles „Ausgezeichnet“ erringen. Dies ist zum großen Teil auch den in den Musikschulen hervorragend ausgebildeten jungen Musikern zu verdanken. Im gleichen Jahr wurden auch Neuwahlen des Vorstandes durchgeführt. Kapellmeister Hofer wurde von Benedikt Falkinger in seinem Amt unterstützt.

Bereits im Jahr 2014 teilten die beiden Kapellmeister sich die Leitung des Frühlingskonzertes. Hornistin Johanna Falkinger erklärte sich Anfang 2015 bereit, die Stelle des Kapellmeisterstellvertreters zu übernehmen. Das Frühlingskonzert wurde  daher von drei Kapellmeistern geleitet. Von 2016 bis 2022 war Benedikt Falkinger alleiniger Kapellmeisters unseres Musikvereins. In dieser Zeit erhielten wir zahlreiche Auszeichnungen bei den jährlichen Konzertwertungen und veranstalteten sehr erfolgreiche Frühlingskonzerte.

Nach der Corona-Pandemie entschieden sich 2021 unsere Jugendreferent:innen das Jugendorchester JoLeNi mit Jungmusiker:innen aus Putzleinsdorf zu erweitern und das Orchester unter dem Namen Youngstars neu zu gründen.

Ab 2022 waren wir aktiv auf der Suche nach einem neuen Kapellmeister oder einer neuen Kapellmeisterin.
Wolfgang Panholzer war bis Ende 2023 temporärer Kapellmeisters unseres Musikvereins und absolvierte sehr erfolgreich zwei Frühlingskonzerte und zwei Konzertwertungen. Mit seiner letzten Konzertwertung schafften wir mit 95,2 Punkten die Qualifikation zum Bundesvorentscheid als einer der besten Kapellen in der Gruppe B. 

Seit 2024 schwingen Beate Satzinger und Elisabeth Lackner bei uns den Taktstock.
Sie werden von Kapellmeister-Stellvertreter René Lindorfer unterstützt!